FearFree Zertifizierung

 

Als erste Tierärztin in Deutschland und als einzige Praxis in Bayern haben wir die "Fear Free"-Zertifizierung erhalten, d.h. unser Behandlungskonzept wird noch einmal deutlich tierfreundlicher und streßfreier gestaltet als bisher schon.

Motivationen zum Abschluss des „Fear Free“-Kurses (um dieses Konzept geht es: www.fearfreepets.com) waren unterschiedlicher Art:

Durch Hospitation in einer Katzenpraxis in Österreich habe ich im Frühjahr diesen Jahres bereits einige kleine Ideen mitnehmen können und somit die Behandlung für Katzen nochmal angenehmer gestalten können.

Auch Hunde haben oftmals großen Streß oder gar Angst in der Tierarztpraxis, so war der Weg zum Umdenken auch für unsere wedelnden Freunde nicht weit.

Da ich immer bemüht bin, möglichst gründlich meine Vorgehensweisen zu lernen und anzuwenden, habe ich obigen Kurs entdeckt und über die letzten Wochen erfolgreich absolviert.


Weitere positive Effekte sind dadurch:

  • entspanntere Patienten (dieser Punkt spricht für sich ;-) )
  • gesteigerte Sicherheit für Sie als Tierhalter und uns Praxismitarbeitern. Wo unsere Tiere weniger Angst und Streß erleben, ist auch die Bereitschaft zur Gegenwehr deutlich geringer.
  • deutlich erhöhte Freude an der Arbeit. Ein großer, zu Herzen gehender Faktor ist tatsächlich, dass wir Tierärzte und Tierarzthelferinnen ja den Beruf aus einer innigen Tierliebe heraus gewählt haben. Die Konfrontation mit teils schweren Erkrankungen und auch dem Tod, ist manchmal eine große Belastung. Nun noch von unseren Patienten gefürchtet zu werden, nimmt einen großen Teil der Freude an diesen Berufsfeldern.

Das möchten wir somit versuchen, Schritt für Schritt zu ändern.


Was tun wir nun also für Sie?
Wir versuchen gemeinsam mit Ihnen, die bestmögliche Behandlungsweise für Ihr Tier herauszufinden. Ob auf dem Tisch, auf dem Boden, auf Ihrem Schoß oder mit dem Lieblingsspielzeug, der Leberwurst oder den Schinkenwürfeln belohnt, werden wir noch intensiver daran arbeiten, den Tierarztbesuch für Ihren Liebling zum freudigen Ereignis zu machen.

Was ändert sich für Sie?
Da wir bisher ja schon möglichst tiergerecht gearbeitet haben, ändert sich nicht allzuviel „Technisches“. Für Ihr Tier ändert sich jedoch hoffentlich emotional eine ganze Menge. Wir werden noch mehr als bisher auf Angst- und Streßsignale sowie flexibler auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Tieres eingehen und bei deutlichen Anzeichen von Furcht ggf. auch eine momentan nicht übermäßig wichtige Behandlung abbrechen und zu einem neuen Zeitpunkt starten.
In Fällen, in denen sich Hunde und Katzen nicht ein bißchen entspannen können, haben wir nun auch ein erweitertes Spektrum an „Prämedikation“ vor einem Besuch bei uns.



Was heißt das nun konkret für Sie?
Sie können uns sehr gut helfen, den Aufenthalt und die Behandlung für Ihre Tiere zum Positiven zu wandeln. Falls Ihr Hund oder Ihre Katze die bei uns angebotenen Leckerli zum Beispiel erfahrungsgemäß nicht annimmt, helfen mitgebrachte „Jackpot“-Leckerli oft über den ersten Streß hinweg. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, ob das nun der Leberkäse, die Streichwurst oder das kleingeschnittene Marmeladenbrot ist.....uns ist nur wichtig, dass wir eine gute Belohnung parat haben.
Ganz wichtig dazu: kommen Sie mit einem HUNGRIGEN Tier! Dies erleichtert uns die Futterakzeptanz erheblich.
Manche Tiere mögen auf einer vertrauten Decke behandelt werden – bringen Sie diese gerne mit. Oder sie sind grundsätzlich nicht so futtervernarrt, so dass man sie vielleicht mit einem tollen Spielzeug entstressen oder mit einer Lieblingsbürste verwöhnen kann.

Doch wie wissen Sie, dass Ihr Tier momentan Streß hat?
Angst und Streß haben viele Gesichter. Es gibt ein paar Punkte in der Körpersprache, die von Ihnen schnell als „Checkpoints“ identifiziert werden können. Gerne bekommen Sie von uns Hilfestellung, um die Gestik und Mimik Ihres Tieres noch besser deuten zu können.
Auch kontinuierliches Bellen, Winseln oder Miauen sind Angst-Äußerungen, genauso wie „Einfrieren“, d.h. das Erstarren des Körpers.
Sollten Sie Anzeichen von Streß oder Angst bei Ihren Tieren bereits im Wartezimmer bemerken, sprechen Sie uns bitte daraufhin an. Wir helfen Ihnen, zum Beispiel mit Leckerlis (falls nicht selbst mitgebracht) oder „Umsetzen“ (in ein ruhiges Zimmer, ins Auto, in den Garten), die Furcht und Aufregung Ihres Tieres zu reduzieren.

Da es uns wichtig ist, dass auch der Transport so stressfrei wie möglich ist, haben wir auch hierfür viele Tipps auf Lager, wie man Hunden die Fahrt, vor allem aber den Katzen den Aufenthalt in der Box sowie die Autofahrt so angenehm wie möglich machen kann. Zögern Sie nicht, uns aktiv daraufhin anzusprechen.

Mit diesen Maßnahmen und neuen Wegen der angstfreien Tierarztpraxis, hoffen wir, dass auch Ihr Tier bald freudig wedelnd oder schnurrend zum nächsten Besuch kommt. Wäre das nicht eine traumhafte Vorstellung?